Licht, das sich von selbst einschaltet, wenn Du den Raum betrittst und sich auf Wunsch dimmt und Kaffeemaschinen, die Deinen Morgenkaffee von selbst aufbrühen, während das Lüftungssystem den frischen Duft bis in Dein Schlafzimmer trägt: Was vor nicht allzu langer Zeit noch wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Roman klang, ist heute dank Smart Home Realität. Doch was genau ist Smart Home eigentlich und wie kannst Du es einsetzen? Wir erklären Dir die wichtigsten Funktionen.

So funktioniert ein Smart Home

„Smart Home“ wird als Überbegriff für vernetzte Geräte im Haushalt verwendet, die man auch aus der Ferne steuern kann. Der Komfort des Nutzers steht dabei im Mittelpunkt. An- und Ausschalter für jedes einzelne Gerät waren gestern! Mit einem intelligenten Zuhause steuerst Du alles, was an das System angeschlossen ist, beispielsweise per Handy oder Tablet – oder noch einfacher mit Deiner Stimme. Dazu braucht jedes Smart-Home-System eine Schaltzentrale, in der sämtliche Daten zusammenkommen und verarbeitet werden. Mit dieser Zentrale sind alle Deine Geräte vernetzt; entweder über eine Funk– oder eine Kabelverbindung. Funk hat den Vorteil, dass eine Nachrüstung vereinfacht wird und Du allgemein flexibler bist. Verbreitete Funkstandards sind ZigBee, Z-Wave und EnOcean, die auch mit vielen Herstellern kompatibel sind. Eine Vernetzung mit Kabeln ist sicherer und robuster. Der bekannteste Standard ist KNX, es gibt inzwischen aber auch in diesem Bereich eine Menge Alternativen wie Loxone. Was es damit auf sich hat, erklären wir schon bald an anderer Stelle.

Die Schaltzentrale empfängt sämtliche Befehle und leitet sie an das entsprechende Gerät. Das Konzept geht aber noch viel weiter. Dank verschiedener Sensoren – zum Beispiel Thermostaten an der Heizung oder Fenstersensoren –, die in das System integriert werden können, bemerkt die Zentrale, wenn es in einem Raum zu kalt wird oder der Rasen lange nicht mehr gegossen wurde und reagiert entsprechend. Sie sendet dann Signale an sogenannte „Aktoren“. Diese sind zum Beispiel hinter Steckdosen oder bei Heizungsanschlüssen angebracht und können so Licht, Wärme und vieles mehr auf Befehl oder automatisch steuern.

Smart Home-Rasensprenger: Rasensprenger gießt grünen Rasen.

Immergrüner Rasen – mit Smart Home.

Anwendungsbereiche

Ein Smart-Home-System kann Dein Leben einfacher und komfortabler gestalten, indem es viele Alltagsaufgaben wie Licht– und Wärmeregulierung übernimmt. In viele Haushalte sind die intelligenten Systeme schon eingezogen. Bekannte Beispiele, die verdeutlichen, wie hilfreich so etwas sein kann, sind die frisch gebackenen Frühstücksbrötchen und die Heizungssteuerung von unterwegs. Smart Home kann aber noch viel mehr. Im dunklen Garten wird die Wegbeleuchtung angeschaltet, Du wirst über offene Fenster oder Rauch informiert und der Kühlschrank kann, dank integrierter Videokamera, Deinen Einkaufszettel ergänzen. Intelligente Systeme kommen heutzutage in der Hausautomation, Unterhaltungselektronik, in Sicherheitsfragen und bei automatisierten Haushaltsprozessen zum Einsatz. So kannst Du auch während Deines Urlaubs zu Hause Anwesenheit simulieren und die Blumen bewässern lassen.

Smart Home: Kaffeemaschine macht frischen Kaffee

Wer träumt nicht von frischem Kaffee jeden Morgen? Smart Home machts möglich.

Einige Systeme sind spezifisch auf einen Bereich ausgerichtet wie beispielsweise das Lichtsystem Philips Hue, das tado Heizkörperthermostat oder die Wetterstationen von Netatmo, andere decken breitere Bereiche ab. Zu diesen Standards gehören Produkte ohne Herstellerbezug wie die oben genannten Funkstandards ZigBee und Z-Wave oder der kabelgebundene KNX-Standard. Es gibt aber auch Produkte mit unterschiedlich starkem Bezug zum Hersteller: Qivicon, innogy SmartHome und HomeMatic sind einige prominente Beispiele. Manche dieser Systeme sind trotz unterschiedlicher Hersteller miteinander kompatibel, andere sind es nicht. Wenn Du Dein Zuhause automatisieren möchtest, solltest Du darauf achten, dass Deine Geräte zum installierten System passen. Eine ZigBee-Zentrale kann einen Thread-Sensor genauso wenig verstehen wie sich ein Zebra mit einem Karpfen unterhalten kann.

Smart Home: Wohnzimmer mit Sofa und Fernseher

Erschaffe die richtige Atmosphäre – mit Deinem Smart Home.

Smarte Sprachassistenz für Dein Zuhause

Was viele wahrscheinlich gar nicht wissen: Ausgeklügelte Smart-Home-Systeme gab es schon in den 70er Jahren. Anfang der 2000er war die Hausautomation dank der Einführung des KNX-Standards auch in Deutschland schon zu finden. Die offene Vernetzung von Heizung, Lüftung und Beleuchtung ermöglichte erstmals, dass Geräte verschiedener Hersteller in einem System zum Einsatz kamen. Der Durchbruch der Smart-Home-Idee gelang allerdings erst mit den smarten Sprachassistenten Amazon Echo, Apple HomeKit, Google Home und Co. Mit ihnen kannst Du Dein Smart Home nur mit Hilfe Deiner Stimme steuern. Anstatt auf einem Bildschirm herumzutippen, kannst Du Deinen Befehl wie Captain Kirk an Bord der Enterprise einfach laut aussprechen. Die Assistenten haben eigene Namen, mit denen sie aktiviert werden können. Amazon Echo hört auf den Namen Alexa, bei Apple ist es die altbekannte Siri, bei Microsoft sprichst Du mit Cortana und Telekom will seine geplante Sprachassistenz mit Magenta betiteln.

Smart Home Amazon Echo mit Sprechblase: Womit kann ich helfen?

Die smarten Sprachassistenten machen viel Spaß!

Doch worin liegt eigentlich der Reiz der digitalen Assistenten? Ganz einfach. Du kannst Aufgaben wie Rasenmähen oder Türabschließen einfach den smarten Lautsprechern mit integrierter Sprachsteuerung überlassen. Smart Home kann aber noch viel mehr. Dir werden nicht nur Alltagsaufgaben abgenommen, Du kannst mit Hilfe eines smarten Systems eine stimmige Kinoatmosphäre programmieren, die automatisch eingeschaltet wird, wenn Du einen Film schaust. Auch bei Deiner Umweltbilanz kann die Hausautomation eine große Hilfe sein. Das sogenannte Smart Metering ermöglicht es dem System, Dir auf Basis Deiner Daten mehrere Möglichkeiten zur Energieersparnis aufzuzeigen. So kannst Du nicht nur Geld sparen – Du tust auch etwas Gutes für Deine Umwelt.

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