Wenn Dein Zuhause smart werden soll, stehst Du früher oder später vor der Frage, wie Du Deine Geräte miteinander vernetzen willst. Denn damit die einzelnen Geräte kommunizieren können, ist ein spezielles System nötig. Auf dem Markt der Smart-Home-Vernetzung führt der KNX-Standard. Doch was bedeutet KNX überhaupt und was kann das System? Hier bekommst Du Antworten.

BUS-Systeme für die ultimative Vernetzung

Grundsätzlich hast Du bei der Vernetzung Deines Zuhauses zwei Möglichkeiten. Entweder verbindest Du Deine Geräte per Funk oder mit Kabeln. Die Kommunikation per Kabel läuft flüssiger und ist insgesamt robuster und zuverlässiger. Diese Variante lohnt sich vor allem bei Neubau oder Renovierung, wenn ohnehin neue Kabelleitungen nötig sind. Um große Datenübertragungen zu ermöglichen, wurden sogenannte BUS-Systeme entwickelt. BUS steht für Binary Unit System und ist in der Lage, die unterschiedlichsten Medien miteinander zu vernetzen. Dazu werden parallel verlaufende Leitungen zusammengeschlossen und ihre Leistung kombiniert. Je mehr Kapazität eine solche BUSLeitung hat, desto höher kann die Datenübertragunsrate sein.

Das älteste Smart-Home-System der Welt

KNX ist das älteste und größte kabelgebundene System zur elektronischen Gebäudetechnik und bietet dementsprechend die größte Auswahl an kompatiblen Produkten. Im Jahr 1999 unterzeichneten neun der führenden Unternehmen in Sachen Hausautomation in Europa – darunter auch Gira, Siemens und Bosch Telecom – vereinheitlichende Statuten. Ihr Ziel war es, einen weltweiten Standard für die Vernetzung elektronischer Geräte im Haushalt zu schaffen. Dieser sollte es dem Nutzer erlauben, herstellerunabhängig Geräte anzuschließen und diese miteinander kommunizieren zu lassen. Schon 2002 wurde die Norm in vielen Teilen Europas angenommen und 2006 auch international anerkannt. Im selben Jahr wurde aus dem ursprünglichen Begriff EIB, der für Europäisches Installations-BUS steht, KNX.

KNX-Kästchen an einer Wand mit Smart-Home-Grafiken

KNX ist internationaler Standard bei Smart-Home-Vernetzung.

Inzwischen haben sich weltweit über 400 Firmen dem Standard angeschlossen. So kannst Du beispielsweise das Lichtsystem Philips Hue ohne Probleme gemeinsam mit der Wetterstation von Netatmo installieren.

KNX – Einrichtung und Funktion

Bei der Einrichtung eines KNX-Systems ist eine ausreichende Grundverkabelung wichtig. Gegebenenfalls muss das nötige BUS-Netz parallel zum Stromnetz installiert werden. Das solltest Du möglichst nicht selbst machen – da muss ein Fachmann ran. Auf Grund der hohen Einrichtungskosten schrecken manche vor einer Installation von KNX zurück. Die vielen Vorteile des Systems machen den hohen Preis aber vielfach wett. Zum einen musst Du Dir mit KNX keine Gedanken um die Kompatibilität Deiner Geräte machen, zum anderen spart der KNX-Standard dank niedrigen Energieverbrauchs langfristig Geld.

KNX: Blick ins Schlafzimmer, neben der Tür hängt eine Steuereinheit für Heizung, Klimaanlage und Musikanlage

Mache Dein Zuhause smart – mit KNX.

Und so funktionierts: Jedes Smart-Home-System verfügt über eine Schaltzentrale, bei der alle Deine Geräte zusammenlaufen. Die Schaltzentrale empfängt sämtliche Befehle und leitet sie an die Geräte weiter, indem sie Signale an Aktoren sendet. Ein Aktor ist direkt an die Stromversorgung angeschlossen – zum Beispiel hinter Steckdosen oder bei Heizungsanschlüssen – und kann Licht, Wärme, Lüftung und vieles mehr automatisch oder auf Deinen Befehl steuern.

KNX: Grafik zeigt die Anwendungsbereiche eines Smart Home

Die Schaltzentrale ist das Herz eines Smart-Home-Systems.

Ein Jalousieaktor beispielsweise wird direkt an der Steuerung der Jalousie befestigt und verbindet die Systemgeräte mit dem Strom. So kann er auf beides zugreifen und auf Befehl das Zimmer dunkel oder hell machen. Bei der Vernetzung Deines Zuhauses ist also auch der Einbau von entsprechenden Aktoren zu beachten.

KNX-RF und KNXnet

KNX ist zwar für seine Kabelverbindungen bekannt, verfügt aber auch über Funk. KNX-RF überträgt auf 868 MHz und verfügt über eine bessere Ausbreitung als WLAN: So sind auch dicke Wände kein Problem. Die Funkvariante KNX-RF kannst Du problemlos an das Kabelnetzwerk anschließen und bist so maximal flexibel bei der Einrichtung Deines Smart Home. Außerdem gilt für die Funkversion die gleiche Vielfalt bei der Auswahl der Geräte-Hersteller.

Eine weitere wichtige Entwicklung ist das KNXnet. Dabei verschmelzen das KNX- und das LAN-Netz miteinander und sind über das Computernetz beziehungsweise Ethernet steuerbar. So lässt sich ein an das System angebundenes Gerät von überall auf der Welt bedienen. Außerdem wird die Datenübertragungsrate erhöht und stabilisiert. Das ermöglicht Dir unter anderem, alle Smart-Home-Funktionen auch im Urlaub zu nutzen und beispielsweise Anwesenheit zu simulieren, um Einbrecher abzuschrecken oder auch den Rasen regelmäßig zu bewässern.

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