Die bekannteste Funktechnologie weltweit ist das WLAN. Was viele aber nicht wissen: Gerade im Smart-Home-Bereich gibt es auch jede Menge anderer Funkprotokolle, um die smarten Geräte miteinander zu vernetzen. Die Technologien sind speziell für den Einsatz in einem vernetzten Zuhause entwickelt worden. Z-Wave ist eine davon – und zwar die mit der breitesten Produktpalette an kompatiblen Smart-Home-Komponenten.

Der Z-Wave-Standard für Smart Home

Grundsätzlich ist für ein intelligentes Zuhause eine Vernetzung einzelner Geräte nötig. Die Kommunikation dieser Geräte untereinander ist das, was ein Smart Home von einem Zuhause unterscheidet, das „nur“ über einige technische Spielereien verfügt. Automatische Heizungssteuerung, individuelle Urlaubsbewässerung per Knopfdruck, intelligente Lichtsysteme – indem die verschiedenen Komponenten innerhalb eines Smart-Home-Systems untereinander kommunizieren.

Z-Wave als Funkstandard für Smart Home: Der Schriftzug Smart Home wurde in einem Gitternetz hervorgehoben

Was macht ein Zuhause smart? Die Vernetzung der verschiedensten Geräte untereinander.

Um eine solche Kommunikation zu ermöglichen, werden die Geräte entweder per Kabel oder via Funk verbunden. Ein Funksystem hat den Vorteil, dass es flexibel ergänzt werden kann und in der Anschaffung weniger kostet.

Und so funktioniert‘s

Den drahtlosen Kommunikations-Standard Z-Wave gibt es seit 2001. Das Start Up Zen-Sys legte daraufhin den Grundstein für die Z-Wave Alliance: Der Zusammenschluss von über 600 Herstellern produziert Z-Wave-Produkte sowie die Chips, auf denen das Funkprotokoll für die drahtlose Hausautomation gespeichert ist. Die Alliance prüft außerdem in regelmäßigen Abständen alte Produkte auf ihre Aktualität.

Z-Wave erleuchtete Küche

Z-Wave-Geräte werden regelmäßig auf Aktualität und Leistung überprüft.

Geräte mit dem Z-Wave-Protokoll funken zwischen 850 und 950 MHz. Dieser Frequenzbereich hat den Vorteil, dass auch große Gebiete mit Hindernissen durch die Funkwellen abgedeckt sind: Die minimale Verbreitung in geschlossenen Gebäuden liegt bei 40 Metern. Aber: Ein Gerät aus den USA kannst Du hierzulande nicht verwenden; es sendet in einem Bereich, für den Du die Erlaubnis der Deutschen Bundesnetzagentur benötigst. In Nordamerika funkt Z-Wave auf 908 MHz, in Europa auf circa 869 MHz.

Zusätzlich arbeitet das Funkprotokoll, im Gegensatz zu WLAN und Bluetooth, sehr energiesparend. Energieeffizienz ist ein wichtiger Faktor im Smart Home. So kannst Du auch batteriebetriebene Geräte bedenkenlos in das System einbinden und musst sie nicht extra ans Stromnetz anschließen. Je nach Anwendung und Einstellungen hält eine solche Batterie bis zu 2 Jahre. Außerdem läuft die Kommunikation bidirektional und verschlüsselt ab. Auf diese Weise kann jedes Gerät senden, empfangen und eine Empfangsbestätigung an das sendende Gerät zurückzuschicken. Das macht Z-Wave zu einem sehr sicheren, drahtlosen Protokoll.

Produktpalette wächst kontinuierlich weiter

Die einfache Bedienung und das große Produktportfolio haben zur großen Popularität von Z-Wave geführt. Aktuell können 231 Geräte an eine Steuerzentrale des Funkstandards angeschlossen werden. Um die Verbindung zu stabilisieren, fungieren alle Komponenten des Systems als Router. Durch ihre Vernetzung untereinander wird das ursprüngliche Signal verstärkt und in den Randbereichen stabilisiert. Es sind bereits große Unternehmen wie devolo und FIBARO mit an Bord, die die Anzahl der Produkte stetig wachsen lassen.

Z-Wave zur Hausautomation mit Fernsteuerung: Links hält eine Hand ein Smartphone, rechts sitzt jemand an einem Computer

Tablet und Smartphone können als Fernbedienung verwendet werden.

Z-Wave für jeden Bedarf

Z-Wave-Geräte decken sämtliche Bereiche eines Smart Home ab: Licht, Heizung, Sicherheit sowie Steuerelemente wie Schalter und Sensoren. Mit Apples Siri, Amazons Alexa und dem Google Assistant sind auch die drei populärsten Sprachassistenten integrierbar. Neben devolo und FIBARO sind außerdem Produkte von AEOTEC, Zipato, Secure, Danfoss, D-Link, Bosch, POPP und vielen anderen Herstellern kompatibel. Mit den cleveren Zwischensteckern, Smart Plugs genannt, werden all diese Geräte mit der Steuereinheit verbunden. Manche Zwischenstecker ermöglichen der Zentrale so lediglich das Ein- und Ausschalten der verbundenen Geräte; andere nehmen auch Sprachbefehle entgegen.

Z-Wave Heizkörperthermostat, auf einem Display steht 18 Grad

Mit Z-Wave steuerst Du verschiedene Geräte – obwohl sie von unterschiedlichen Herstellern kommen.

Z-Wave Plus erweitert die Sendereichweite

Dank der flexiblen, energiesparenden Anwendung und den vielen kompatiblen Produkten ist Z-Wave in den vergangenen Jahren zu dem am weitesten verbreiteten Funkprotokoll im Smart-Home-Bereich aufgestiegen. Der 2013 eingeführte Standard Z-Wave Plus vereinfacht die Bedienung zusätzlich, genauso wie die Einbindung neuer Geräte in ein bereits bestehendes Smart-Home-System. Die gute Nachricht: Z-Wave-Plus-Geräte sind auch mit den „alten“ kompatibel. Der neue Chip bringt eine größere Reichweite für das System, ist energieeffizienter und stellt mehr Bandbreite für größere Datenmengen zur Verfügung. Außerdem ist mit Z-Wave-Plus ein automatisches „Over-the-Air“-Update ganz ohne Kabel für neue Firmware möglich. Bis dato wurden Updates manuell durchgeführt.

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