Was viele gar nicht wissen: Auch Samsung bietet ein eigenes Smart-Home-System an. SmartThings steckt vergleichsweise noch in den Kinderschuhen, aber das Konzept überzeugt. Wir erklären Dir die Vor- und Nachteile von Samsung SmartThings und was es anderen smarten Lösungen voraus hat.

Vom Start-up zur Samsung-Tochter

Aller Anfang ist bekanntlich schwer – aber nicht bei SmartThings. Das Unternehmen startete 2012 mit einer Kickstarter Kampagne. So kamen 1,2 Millionen US-Dollar zusammen, obwohl der Zielbetrag lediglich bei 250.000 Dollar lag. Das Konzept hinter dem System ist denkbar einfach: Sicherheit und Kontrolle über das eigene Zuhause. Mitgründer und CEO Alex Hawkinson berichtete, dass es ein Wasserschaden im Haus seiner Familie in Colorado gewesen sei, der ihm die Idee für das Unternehmen lieferte. Der Schaden hätte minimiert werden können, wenn jemand frühzeitig von den Geschehnissen im Haus gewusst hätte. Bereits ein Jahr später, im September 2013, konnte man die SmartThings Produkte auf Amazon kaufen und 2014 sicherte sich Smartphone-Riese Samsung das erfolgreiche Projekt. Seitdem werden die Produkte unter dem Namen Samsung SmartThings vertrieben.

SmartThings Logo: Blaue Schrift auf weißem Untergrund

Das SmartThings-Logo spielt bereits auf das Motto des Unternehmens an: Alles ist vernetzt.

Das Herzstück des Systems: Der SmartThings Hub

Der SmartThings Hub ist der wichtigste Teil des Systems. In der Zentrale laufen alle Geräteinformationen zusammen, sodass Du alle Deine Smart-Home-Komponenten über den Hub steuern kannst. Das unauffällige Design fügt sich gut in die Umgebung ein und die Steuerzentrale versteht sowohl das ZigBee– als auch das Z-Wave-Funkprotokoll. In der Smart-Home-Branche sind das die beiden meistgenutzten Funktechniken, die speziell für die Hausautomation entwickelt wurden. Mit der SmartThings-App greifst Du auf das System zu und steuerst die vernetzten Geräte.

Im Inneren des schlichten weißen Gehäuses arbeitet KI-Technologie von Plume. Ähnlich wie WLAN funkt der Hub auf 2,4GHz- und 5GHz-Frequenzbändern; so deckt ein einzelner Hub eine Fläche von fast 140 Quadratmetern ab. Wenn Dir das nicht ausreicht, kannst Du Dir zwei sogenannte „Connect Home“-WiFi-Router als Ergänzung kaufen. Dank moderner Mesh-Netzwerk-Technologie erzeugst Du mit mehreren Geräten auch eine größere Reichweite, da sie sich untereinander vernetzen.

Vor einigen Wochen präsentierte Samsung außerdem seine neueste Steuereinheit: Den SmartThings WiFi. Mehr zu dem neuen Gerät in unserem Artikel „SmartThings WiFi: Samsung kündigt neuen Hub an“.

Alle Produkte in der Übersicht

Die Installation des Systems erfordert nur einen geringen Aufwand und im SmartThings Starterpaket sind alle nötigen Geräte bereits enthalten: Der SmartThings Hub, eine WLAN Steckdose sowie diverse Sensoren für Bewegung, Temperatur und Feuchtigkeit. Die Komponenten müssen lediglich an der gewünschten Stelle angebracht und teilweise mit dem Stromnetz verbunden werden. Alle SmartThings Produkte in der Übersicht:

  • Samsung SmartThings Water Leak Sensor
  • Samsung SmartThings Motion Sensor
  • Samsung SmartThings Multipurpose Sensor
  • Samsung SmartThings F-Type Outlet
  • Samsung SmartThings Hub
  • Samsung SmartThings WiFi
SmartThins Produkte: Hub, intelligente Sensoren und Steckdosen liegen nebeneinander auf dem Tisch

Die smarten Produkte machen auch optisch einiges her.

Den Water Leak Sensor schließt Du einfach an ein Wasch- oder Spülmaschinensystem an, dann warnt er Dich sofort vor Wasserlecks und Überschwemmungen. Der Motion Sensor ist ein klassischer Bewegungsmelder. Er überwacht Bewegungen in Deinem Zuhause und meldet außerdem Temperaturschwankungen. Das alles kann auch der Multipurpose Sensor und er erkennt zusätzlich Vibration. Mit den intelligenten Steckdosen des F-Type integrierst Du weitere Geräte in das System.

Das sind die Vor- und Nachteile des SmartThings-Systems

Samsung macht mit seinem eigenen Smart-Home-System viel richtig. Vor allem die offene Systemstruktur überzeugt. Da es möglich ist, Komponenten vieler verschiedener Hersteller einzubinden, musst Du Dich nicht für einen entscheiden, sondern kannst Deine Favoriten miteinander kombinieren und mit dem SmartThings Hub vernetzen. ZigBee und Z-Wave sind die populärsten Funkprotokolle im Bereich der Hausautomation, sodass die Produktauswahl diesbezüglich kaum eingeschränkt ist. Mit dem System kompatibel sind beispielsweise die Ring Video Doorbell Pro, die Überwachungskameras von Netgear sowie die Soundtechnologie von Bose und Philips Hue Lichtsystem. Außerdem ist es möglich, den Hub mit dem Amazon Echo und dem Google Home Lautsprecher zu steuern. Ein entsprechender Alexa Skill steht kostenlos zur Verfügung.

SmartThings: Modernes Wohnzimmer mit Sesseln und Kamin im Vordergrund, hinten ist eine beleuchtete Küche zu sehen

In das System kannst Du viele unterschiedliche Geräte einbinden.

Einen einzigen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die Produkte sind in Europa bisher lediglich in Großbritannien erhältlich. Wann das System nach Deutschland kommt, ist bisher noch nicht klar.

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