Ein Smart Home soll vieles sein: Intelligent, komfortabel, energieffizient. Produkte von EnOcean produzieren ihren eigenen Strom und haben in Sachen Energieeffizienz die Nase vorne. Wir erklären Dir, wie das funktioniert und was der Funkstandard sonst noch kann.

EnOcean – batterieloser Funkstandard

Bei EnOcean handelt es sich neben ZigBee und Z-Wave um eine weitere Funktechnik, die in der Hausautomation zum Einsatz kommt. Der Standard verwendet in Europa die Frequenz 868,3 MHz – diese verbraucht wenig Energie und ist zuverlässig. Um zusätzlich Energie zu sparen, werden lediglich kleine Datenpakete versendet. So sinkt die Kollisionsgefahr mit anderen Datensätzen – je kleiner die Menge, desto kleiner die Trefferfläche. Die Geräte sind außerdem nur dann eingeschaltet, wenn ein Befehl eingeht. Das produziert weniger Elektrosmog.

Energy Harvesting zur Stromversorgung

Der Hersteller nutzt das sogenannte „energy harvesting“-Prinzip, mit dem sich das System zu großen Teilen selbst versorgen kann. Die einzelnen Komponenten ziehen dazu die benötigte Energie aus ihrer Umgebung. Strom entsteht quasi überall da, wo auch Bewegung ist. Wenn Du also einen EnOcean-Schalter drückst, entsteht durch die Reibung Energie. Deswegen kommen die Geräte auch ohne Batterien aus und machen Wartungsarbeiten selten nötig. Tür- und Fensterkontakte beziehen ihren Strom größtenteils aus integrierten Solarzellen. So wird überschüssige Energie bis zu einer Woche gespeichert.

EnOcean Betätigung eines Schalters

Die Funktechnik gewinnt die nötige Energie aus der Bewegung ihrer Umwelt.

Beliebt bei anderen Herstellern

Derzeit kommen die energiesparenden Produkte vor allem bei der Raumbeleuchtung und -klimatisierung sowie bei smarten Steckdosen zum Einsatz. In diesen Bereichen kommt dem System das „energy harvesting“-Prinzip besonders zu Gute. Neben hauseigener Software und dem Energieumwandler stellt EnOcean ein passendes USB-Gateway und ergänzende Module mit Sensoren für Feuchtigkeit, Bewegung sowie Rauch her.

Andere Hersteller machen sich das Funkprotokoll ebenfalls zunutze. Siemens beispielsweise produziert EnOcean-Wandschalter, von Distech gibt es zahlreiche Bewegungsmelder und Eltako bietet über 300 mit dem Funkstandard kompatible Produkte vom Tipp-Schalter bis zum Zwischenstecker an. Außerdem kannst Du EnOcean jederzeit mit einem Kabelsystem wie KNX verbinden. So bleibt das Protokoll immer flexibel und ist eine gute Ergänzung zu den fest installierten Verbindungen.

EnOcean im Smart Home

Das energiesparende Prinzip richtet sich an alle Umweltbewussten und Sparfüchse. Und der Ansatz wird vom Unternehmen weiter verfolgt: In Zukunft soll es möglich sein, aus Rotations- und Vibrationsbewegung Energie zu gewinnen. Die Verbindung ist gegen Interferenzen durch WLAN-Signale sicher, da EnOcean auf einer anderen Frequenz funkt und nur kleine Datenpakete verschickt werden. Das macht es allerdings ungeeignet für aufwändige Smart-Home-Anwendungen wie zum Beispiel die Übertragung von Wetterdaten oder Temperaturen. Aufgrund der simplen Systemstruktur besteht außerdem ein gewisses Sicherheitsrisiko im Vergleich zu anderen Funktechniken. Die 2010 eingeführte Dolphin-Architektur, die Du ganz einfach mit einem zusätzliches Modul installieren kannst, schafft zwar Abhilfe, kostet allerdings auch mehr Energie.

EnOcean Internet of Things

Die Technologie hat eine Reichweite von 30 Metern – so kannst Du Dein smartes Zuhause problemlos vernetzen.

Eine weitere Stärke EnOceans ist die große Kompatibilität mit Produkten anderer Hersteller. Mehr als 1500 Produkte funktionieren mit der Technologie. Seine hohe Stabilität verdankt der Funkstandard der bidirektionalen Kommunikation. Das heißt, dass jedes Gerät sowohl Sender als auch Empfänger ist.

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