In der Smartphone-Welt gehört Bluetooth längst zum Standard. Doch was ist eigentlich mit dem Übertragungsstandard im Smart Home? Wir erklären Dir, was es mit der Funktechnologie auf sich hat und wie sie am besten in einem vernetzten Zuhause zum Einsatz kommt.

Königliches Funkverfahren

Daten können auch ohne eine Kabelverbindung zwischen zwei Geräten hin und her geschickt werden, nämlich per Funk. Bluetooth ist eine von mehreren Funktechniken, die das möglich machen – und zwar eine der ältesten. Die erste Version wurde 1999 für das schwedische Unternehmen Ericsson entwickelt und eignet sich für alle Datentypen. Mit Bluetooth sendest und empfängst Du Musik, Fotos und vieles mehr, ohne dass es Probleme mit der Kompatibilität gibt. Fun Fact am Rande: Bluetooth verdankt seinen Namen dem dänischen König Harald Blauzahn. Deshalb ist das Logo auch eine Verschmelzung der beiden altnordischen Buchstaben H und B.

Bluetooth Icon und altnordische Buchstaben

Die altnordischen Runen Hagalaz und Berkano sind im Logo von Bluetooth zu sehen.

Ein kleiner Chip macht ein Gerät Bluetooth-fähig. Damit das Netzwerk das Gerät erkennt, erhält es außerdem eine 48-Bit lange Kennnummer. Am besten funktioniert die Übertragung natürlich mit der neuesten Version – aktuell ist das Bluetooth 5. Die Kommunikation funktioniert abwärts ebenfalls: Ein Lautsprecher mit dem aktuellsten Standard ist also auch mit einem Smartphone kompatibel, das noch über eine ältere Version verfügt.

Bluetooth und Smart Home – geht das?

Prinzipiell geht das auf jeden Fall. Bluetooth ist sehr flexibel einsetzbar und aufgrund der weiten Verbreitung sind viele smarte Geräte in der Lage, über Bluetooth zu kommunizieren. Das sogenannte „Pairing“ funktioniert ganz einfach: Es ist lediglich ein Zugangscode für die Verbindung nötig. Das Netzwerk, das dann entsteht, heißt Piconet – ein Personal Area Network. Das heißt, dass die Geräte direkt verbunden sind, ohne dass die gesendeten Daten noch den Umweg über eine Zentrale nehmen. Deswegen ist Bluetooth besonders für Übertragungen von einem Smartphone zum anderen oder für die Kommunikation zwischen einem Handy und drahtlosem Zubehör, wie zum Beispiel einem smarten Zwischenstecker, geeignet.

Bluetooth Übertragung von einem Smartphone zum anderen

Kurze Distanzen zwischen zwei Geräten – dafür eignet sich der Funkstandard perfekt.

Für mehr Infos zum Thema Smart Home Systeme empfehlen wir Dir die Artikel „Das sind die besten Smart-Home-Starterpakete“ und „Smart Home – Dein intelligentes Zuhause“.

Geringe Reichweite wegen Punkt-zu-Punkt-Verbindung

Im Smart-Home-Bereich kommt Bluetooth schon seit einigen Jahren zum Einsatz. Wenn es darum geht, eine kabellose Tastatur in das System zu integrieren oder das Handy als Haustürschlüssel zu benutzen, dann hat Bluetooth die Nase vorn.

Bluetooth Handyansicht

Vor der Übertragung musst Du Bluetooth manuell aktivieren.

Einen großen Nachteil hat das Funkprotokoll allerdings: Seine geringe Reichweite. Je nach Gerät und Version beträgt diese lediglich 10 Meter – für den reibungslosen Smart-Home-Einsatz zu wenig. Die Komponenten, die vernetzt werden sollen, müssen sich in unmittelbarerer Nähe zueinander befinden. Mit einem Hindernis, das Funkwellen stört, wird es sogar noch komplizierter; schon eine Wand zwischen den Geräten stört die Übertragung. Da die Verbindung außerdem auf zwei Geräte ausgelegt ist, ist die Verknüpfung mit weiteren Komponenten schwierig. Es ist zwar möglich, die Übertragung auf mehrere Empfänger auszuweiten, allerdings können diese dann auch nur noch kleinere Datenmengen versenden.

Bluetooth Low Energy

Im Vergleich zu anderen Funkprotokollen wie beispielsweise Z-Wave und ZigBee fällt zusätzlich auf, dass Bluetooth deutlich mehr Energie verbraucht. Das liegt daran, dass Z-Wave und ZigBee speziell für den Smart-Home-Einsatz entwickelt wurden.

Bluetooth Übertragung zwischen Handy und Lautsprecher

Besonders beliebt ist Bluetooth bei Musikhörern.

In puncto Energieeffizienz hat sich der Funkstandard weiterentwickelt. Mit Bluetooth Low Energy spart der Anwender Energie. Die Übertragungsrate sinkt zwar auf 1 Mbit/s, im Bereich der Hausautomation reicht das aber völlig aus. Hersteller wie Archos und Elgato setzen inzwischen auf die energiesparende Bluetooth-Version. Überwachungskamera, Wetterstation, Zwischenstecker und ein mit der Steuerungs-App ausgestattetes Tablet gibt es bereits. Weitere Geräte sind in Planung.

Bluetooth Mesh – neue Technik bringt Funkprotokoll wieder ins Rennen

Obwohl Bluetooth in Sachen Energieersparnis immer noch einiges aufzuholen hat, eignet es sich wie keine andere Technologie, Daten über kurze Strecken zu transportieren. Außerdem stellten die Entwickler 2017 das Bluetooth Mesh-Netzwerk vor. Dieses vergrößert nicht nur die Reichweite des Systems. Das neue Netzwerk ermöglicht außerdem die Einbindung mehrerer Komponenten in das System, ohne dass dieses dadurch Stabilität einbüßt. Ob das ausreicht, um die bereits entstandene Lücke zu Z-Wave und Co. zu schließen, wird sich zeigen.

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