Digitale Assistenten sind auf dem Vormarsch – klar, dass Größen wie Amazon, Apple und Google hart um Marktanteile kämpfen. Denn: Die Prognosen für künstliche Intelligenzen sind rosig. In der Zukunft wird knapp ein Viertel der weltweiten Bevölkerung einen smarten Sprachassistenten nutzen. Wir bieten Dir einen Überblick über die aktuell auf dem Markt erhältlichen Sprachassistenten und erklären Dir Vor- und Nachteile.

Der Hype um die smarten Sprachassistenten begann 2011: Apple installierte als Erster eine intelligente Assistentin serienmäßig auf seinen Smartphones – damals noch als exklusives Feature auf dem iPhone 4S. Siri war also Vorreiter in Sachen digitale Gesprächspartner – zum ersten Mal konnten Nutzer Dialoge mit einer künstlichen Intelligenz führen. Zu Beginn als Kuriosum belächelt und eher eine Spielerei, sind Sprachassistenten mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Laut einer aktuellen Studie nutzen 20 Prozent der Deutschen Voice Search auf mobilen Endgeräten für Android und iOS – unter den 14- bis 35-Jährigen sind es noch mehr: 30 Prozent.

Wem haben die smarten Assistenten von Apple, Google und Microsoft ihren kometenhaften Aufstieg zu verdanken? Konkurrent Amazon ist mit seinen Echo-Geräten seit dem Markteintritt 2015 klarer Platzhirsch und das liegt vor allem an der großen Funktionsvielfalt und Alexas offenem System, das nicht nur auf den hauseigenen Geräten zur Verfügung steht, sondern auch in die Hardware anderer Hersteller integriert werden kann. Amazon hat inzwischen neben den smarten Lautsprechern Amazon Echo und Amazon Echo Plus ebenfalls eine kleinere Variante namens Echo Dot sowie zwei Geräte mit Display im Portfolio: Echo Spot und Echo Show. Die beliebten Amazon-Lautsprecher brachten die Sprachassistenten mittlerweile in jedes fünfte Wohnzimmer – und davon profitieren auch Siri, Google Assistant und Cortana.

Alexa – das kann Amazons weibliche Stimme

Amazon bietet mit dem Echo nicht nur Hardware, sondern auch smarte Software an. Dabei ist es ganz egal, welches Gerät Du mit Alexa koppelst, die Anwendung bleibt stets gleich: Du aktivierst die Sprachassistentin Alexa mit dem Signalwort „Alexa“ und auf Deinen Sprachbefehl antwortet der Alexa Voice Service. On top lässt sich der Dienst an Deine individuellen Bedürfnisse anpassen – mit erweiterbaren Funktionen, den sogenannten Alexa Skills, erweiterst Du die Fähigkeiten Deines smarten Assistenten. Mit dem Alexa Skills Kit haben Drittanbieter die Möglichkeit, Skills für Alexa zu entwickeln und diese Apps im Amazon Skill Store für Nutzer zugänglich zu machen. Der Echo-Lautsprecher ist damit nicht nur für die Wiedergabe von Musik da – der Speaker kann zu einem zentralen Hub für Dein Smart Home werden. Mit der Alexa App steuerst Du dann alle verbundenen Geräte bequem über Dein Smartphone oder Tablet. Mittlerweile gibt es zigtausend verschiedene Skills – und dank des Zuwachses in der Echo-Familie sind die Funktionsmöglichkeiten vielfältig: Online Shopping, Organisation des Alltags, Videotelefonie, Babyfon und natürlich die zentrale Steuerung des vernetzten Zuhauses. Alexa beantwortet außerdem gerne lustige Fragen und gibt ebenso witzige Antworten.

Alexa im Amazon Echo Dot.

Amazons Sprachassistentin Alexa erweckt die Echo-Familie zum Leben.

„Hey Siri, was kannst Du?“

Obwohl Apple mit Siri den Stein der digitalen Sprachassistenten für jedermann erst so richtig ins Rollen brachte, ließen sich die Kalifornier lange Zeit für einen eigenen Smart Speaker. Das Unternehmen aus Cupertino will mit dem Apple HomePod an die Erfolge von iPod und iPhone anknüpfen. Siri ist dabei schon längst für alle Apple-Endgeräte verfügbar – iPhone, iPad, Apple Watch und Apple TV. Mit dem Apple HomePod können Nutzer in den USA, Großbritannien und Australien jetzt auch Kommandos an den Siri-Lautsprecher richten. In Deutschland ist das Release des HomePod vage für den Frühling 2018 angekündigt. Mit dem digitalen Assistenten kannst Du auf Befehl ebenfalls Musik hören und die HomeKit-kompatible Technik im ganzen Haus steuern, ohne ein iOS-Gerät in die Hand nehmen zu müssen. Sage „Siri, zeig mir, wer vor der Haustür steht“ und schaue Dir das Bild der Überwachungskamera auf dem Fernseher an. Auch wenn Amazon Alexa mit der passenden Hardware im Schlepptau bereits in vielen deutschen Haushalten Einzug gefunden hat, ist der HomePod eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Für Fans der Apfelmarke gibt es eine große Auswahl an HomeKit-Zubehör, die sich mit Mac und Co. verbinden lassen. Nachteil: Neue Funktionen lassen sich nicht wie die Alexa-Skills oder Actions für Google Home vom Kunden selbst hinzufügen.

Apple MacBook mit Siri.

Assistentin Siri hilft Apple-Nutzern per Voice Search.

Google Assistant – die Suchmaschine macht Dein Zuhause smart

Google trat ein Jahr nach Apple in den Sprachassistenten-Markt ein und nach den Anfängen mit Google Now ist der Suchmaschinen-Riese mit Google Assistant wieder gleichauf mit den Konkurrenten – Google antwortete auf das Echo mit dem sprachgesteuerten Lautsprecher Google Home, der auf das Kommando „Ok Google“ zum Leben erwacht. Der Google Assistent läuft mit Chromecast, damit kannst Du Serien, Filme und Musik streamen. Googles Home-Assistant unterstützt Dich ebenfalls bei vielen alltäglichen Aufgaben: Von Einkaufslisten über Termine, Nachrichten und Wettervorhersagen.

Google Home-Gerät ist aktiviert.

Google Assistant ist die hauseigene Sprachassistentin der Suchmaschine.

Cortana – clevere Assistentin für Windows 10

Die Assistentin Cortana ist Microsofts intelligentes Sprachservice-Pendant und beantwortet seit 2014 die Fragen der Nutzer. Die namentliche Hommage an die künstliche Intelligenz aus Halo basiert auf der Suchmaschine Bing und sammelt ähnlich wie Google Assistant persönliche Daten. Damit lernt Cortana immer mehr über den jeweiligen Benutzer und verbessert so das individuelle Nutzererlebnis. Starte mit dem Befehl „Hey Cortana“ den virtuellen Assistenten auf Deinem Windows PC, Android-Smartphone oder iOS-Gerät – die Apps für Android und iOS sind seit 2015 in den USA zu haben. iPhone-Besitzer benötigen hierfür einen amerikanischen Apple-Account, Android-Nutzern steht eine englischsprachige App für Cortana im Google Play Store zur Verfügung. Microsoft Cortana sammelt Nutzerdaten im sogenannten „Notizbuch“ und personalisiert so Nachrichten und Verkehrsmeldungen. Praktisch: Grundfunktionen, wie einfache Suchanfragen oder Musik abspielen, kannst Du auch ohne Microsoft-Konto nutzen – das ist bei anderen Sprachassistenten indes nicht möglich. Microsoft ist in puncto Smart-Home-Integration der Nachzügler. Eine Kooperation mit Amazon ist bestätigt – Alexa kommt 2018 auch für Windows 10. Im Zug der Verschmelzung der beiden Dienste, können Cortana Skills für Amazon Echo genutzt werden und vice versa. Wann Cortana in Deutschland als Smart-Home-Zentrale fungieren wird, ist noch unklar.

Windows-PC mit Cortana.

Microsoft schuf mit Cortana eine künstliche Intelligenz für Windows-Devices.

Digitale Assistenten – klein, aber oho

Amazons Geräte sind vergleichsweise preiswert, Gewinne erhofft sich der Online-Versandhändler durch Bestellungen per Stimme im eigenen Online-Shop. Außerdem lassen sich Alexa und Google Assistant mit einer Vielzahl an Bluetooth-Geräten anderer Firmen koppeln – mit dem HomePod sind bis dato nur wenige Apple-fremde Produkte kompatibel. Leuchten von Philips Hue oder clevere Thermostate von Tado gehören derzeit zum exklusiven Kreis der für HomeKit verifizierten Smart-Home-Geräte. Fans der Apfelmarke wissen, dass Adapter und Zubehör ihren Preis haben, wer also bereits im Besitz von Drittanbieter-Zwischensteckern ist, der muss eine Bridge nachrüsten. Apple profitiert hier wie immer vom gut gehüteten Ökosystem. Besitzer eines Echo Plus können sich hingegen über eine bereits integrierte Smart-Home-Steuerungseinheit freuen.

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