Einen Monat nach der Ankündigung bringt Facebook seine Video-Chat-Hardware auf den Markt. Die Geräte Portal und Portal+ sind vorerst nur in den USA erhältlich. Sicherheitsbedenken versucht das zuletzt stark in Kritik stehende Unternehmen in einem Blogpost zu beseitigen.

 

Sprachassistent und smarter Bildschirm in einem: Die im Oktober angekündigten Video-Chat-Geräte von Facebook stehen seit heute in den USA zum Verkauf bereit. Die Produkte sind die Antwort des Unternehmens auf Amazon Echo und Google Home. Das besondere an Portal und Portal+: Es handelt sich um eine Hardware, die smarte Lautsprecher mit einem Video-Display verbindet. Damit fordert Facebook Amazons Echo Show direkt heraus. Portal kostet 199 Dollar und beinhaltet einem 10-Zoll-Bildschirm. Für 349 Dollar ist die Portal+ Variante mit einem 15,6-Zoll-Display zu haben. Die integrierte Kamera folgt dem Sprecher durch den Raum und setzt ihn automatisch in den Mittelpunkt. Das Produkt eignet sich vor allem für Video-Chats über den Facebook Messenger. Und es ruft Datenschützer und Sicherheitsexperten auf den Plan.

Facebook_ Portal

Video-Chat und Privatsphäre: Facebook verspricht Besserung

Denn seit dem Skandal um Cambridge Analytica steht Facebook stark in der Kritik. Unverzüglich nach der Produktpräsentation von Portal im Oktober 2018 meldeten sich erste Datenschützer zu Wort. Stein des Anstoßes ist der lasche Umgang des Unternehmens mit der Privatsphäre seiner User. Schließlich musste sich Facebook schon mehrfach für das Sammeln, das Speichern und die Analyse von Nutzerdaten öffentlich rechtfertigen. Auch deshalb prescht der Konzern nun vor und versucht alle Bedenken über Datensicherheit in einem Blogpost aus dem Weg zu räumen.

Was speichern Portal und Portal+?

Im zeitgleich zum Verkaufsstart veröffentlichten Beitrag betont Facebook, dass seine Video-Chat-Geräte Inhalte weder speichern noch auswerten. Portal läuft außerdem nicht über Facebook-Server und wickelt Anrufe verschlüsselt ab. Der Blogpost stellt auch klar, dass die integrierte Kamera nicht in der Lage sei, Personen zu identifizieren.

Allen Beteuerungen zum Trotz bleiben Beobachter skeptisch. Denn Facebook wertet die Daten seiner User über Umwege aus. Gespeichert wird etwa die Dauer der Telefonate, die Lautstärkereglung oder die Menge der übertragenen Daten. Nach Auswertung lässt sich dieses Wissen genauso gut für gezielte Werbung nutzen wie bisher.

Wann die Video-Chat-Geräte auf dem deutschen Markt zu haben sind, steht noch nicht fest. Bis es soweit ist, wissen wir möglicherweise mehr darüber, wie ernst es das Unternehmen mit der Privatsphäre seiner User nimmt. Datenschützer werden Facebook sicherlich genau auf die Finger schauen.

Quelle: com! professional

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